Free Cash Flow

Free Cash Flow Definition

Der Free Cash Flow (kurz: FCF; deutsch: freier Cashflow), wie er manchmal in Geschäfts-/Finanzberichten als Kennzahl angegeben wird, ist der Teil des operativen Cash Flows, der nach Abzug der Nettoinvestitionen zum Beispiel für Dividenden und Tilgungen zur Verfügung steht.

Mit anderen Worten: der Free Cash Flow ist die Summe aus

  • dem Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit und dem
  • (in der Regel negativen) Cashflow aus Investitionstätigkeit (also den Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen – wobei hier Firmenwerte oft ausgeklammert werden – und in das Sachanlagevermögen; die üblicherweise geringen Einzahlungen aus Abgängen des immateriellen Anlagevermögens und Sachanlagevermögens werden gegengerechnet).

Der Free Cash Flow kann dafür verwendet werden, um beispielsweise

  • Dividenden zu zahlen oder
  • Fremdkapital zurückzuführen.

Allerdings ist der Free Cash Flow nicht wirklich "frei" (verfügbar), da ja Fremdkapital üblicherweise nach einem festen Tilgungsplan zurückgezahlt werden muss.

Beispiel

Beispiel: Free Cash Flow berechnen

Ein Unternehmer betreibt 10 Getränkeautomaten.

Der Jahresüberschuss / Gewinn des Automatenbetreibers sei 90.000 € (200.000 € Einnahmen, 100.000 € Ausgaben für Getränke und 10.000 € Abschreibungen für die Automaten).

Der operative Cashflow aus den 10 Getränkeautomaten beträgt somit 100.000 € (90.000 € Jahresüberschuss + 10.000 € Abschreibungen).

Ein Getränkeautomat musste ersetzt werden, die Anschaffungskosten betrugen 20.000 €. Der Free Cash Flow ist 80.000 € (100.000 € operativer Cashflow - 20.000 € Cashflow aus Investitionstätigkeit).

Der Automatenbetreiber könnte zum Beispiel mit den 80.000 € Kredite tilgen oder Dividenden zahlen.

Umgangssprachlich könnte man sagen, dass der Free Cash Flow das ist, was von dem verdienten Geld nach Abzug von Investitionen übrig bleibt, um die Kapitalgeber des Unternehmens – Eigentümer und Gläubiger wie Banken – zu bedienen.

Auch für die Finanzplanung ist der Free Cash Flow wichtig: wenn man annimmt, dass man wie im obigen Beispiel maximal 80.000 € jährlich zur Verfügung hat, um Kapital zu tilgen, kann man Kreditaufnahmen und Tilgungen entsprechend planen.

Ergebnis / Zusammenfassung

Der Unternehmer nimmt mit seinen Getränkeautomaten saldiert 100.000 € ein (Operativer Cashflow). Dieses Geld fließt dem Unternehmen zu.

(Das ist 10.000 € mehr als der Jahresüberschuss, da dieser um die nicht zahlungswirksamen Abschreibungen – nur eine Buchung, kein Geldabfluss – in Höhe von 10.000 € gemindert wurde.)

Davon investiert es 20.000 € (Cashflow aus Investitionstätigkeit).

Es bleiben 100.000 € - 20.000 € = 80.000 € als freier Cashflow; Der Unternehmer kann entscheiden, ob er diesen Betrag (an sich) ausschütten möchte, ob er damit etwaige Kredite des Unternehmens tilgen möchte oder ob er den Betrag einfach auf dem Firmenkonto belässt, um die Liquidität des Unternehmens zu stärken.