Giffen-Gut

Giffen-Gut Definition

Von einem Giffen-Gut spricht man, wenn die Nachfrage nach dem Gut bei steigenden Preisen des Gutes steigt (das ist die absolute Ausnahme, im Regelfall führen steigende Preise zu sinkender Nachfrage).

Alternative Begriffe: Giffen-Effekt, Giffen-Fall, Giffen-Paradoxon, Giffengut.

Gründe

Dafür kann es 2 Gründe geben:

  • der Konsument / Haushalt hat wenig Geld zur Verfügung und muss dies im Wesentlichen für eine Grundversorgung ausgeben: es gibt täglich Grundnahrungsmittel wie Reis oder Nudeln, nur selten teurere Lebensmittel wie Fleisch oder Fisch. Steigt jetzt der Preis des Grundnahrungsmittels, sinkt die Kaufkraft des Haushalts (es können nur noch geringere Mengen gekauft werden) und er spart noch öfters an den teureren Lebensmitteln, muss dafür aber mehr der Grundnahrungsmittel konsumieren, um den täglichen Kalorienbedarf zu decken – und damit steigt die Nachfrage nach den Grundnahrungsmitteln trotz Preiserhöhung;
  • sogenannter Snobeffekt: für manche ist oder wird ein Produkt erst interessant, wenn es einen bestimmten Preis hat (und man mit dem Produkt zeigen kann, dass man es sich leisten kann).

In der Praxis gibt es nur sehr wenige Beispiele für Giffen-Güter, am ehesten besagte Grundnahrungsmittel, die sich von Land zu Land unterscheiden können.

Zugrundeliegende Effekte

Bei Giffengütern wirken der Substitutionseffekt (negativ) und der Einkommenseffekt (positiv) entgegengesetzt und der Einkommenseffekt übersteigt den Substitutionseffekt.

Der Einkommenseffekt ergibt sich daraus, dass bei einer Preiserhöhung für ein Gut (zum Beispiel das Grundnahrungsmittel) die Kaufkraft des Haushalts sinkt: der Haushalt kann sich mit seinem Einkommen weniger kaufen. Normalerweise ist dieser Einkommenseffekt negativ, das heißt der Preisänderung entgegengesetzt (höherer Preis – weniger Kaufkraft – weniger Nachfrage).

Ein Giffen-Gut ist aber immer auch ein inferiores Gut, das bei steigendem Einkommen weniger und bei sinkendem Einkommen mehr nachgefragt wird.

Hier ist der Einkommenseffekt positiv, bei weniger Kaufkraft steigt die Nachfrage nach einfacheren, günstigeren Gütern (und bei mehr Kaufkraft sinkt die Nachfrage nach den betrachteten Gütern).

Der zweite Effekt, der bei einer Preisänderung wirkt – der Substitutionseffekt – bildet ab, dass sich durch den steigenden Preis bei einem Gut (Grundnahrungsmittel) das Preisverhältnis zu anderen Gütern ändert. Das Gut wird im Verhältnis zu anderen Gütern teurer, dadurch sinkt die Nachfrage nach dem Gut bei einer Preissteigerung.

Der Substitutionseffekt ist immer negativ, das heißt der Preisänderung entgegengesetzt: höherer Preis – weniger Nachfrage; niedrigerer Preis – höhere Nachfrage (das ist vertraut).

Die beiden Effekte wirken hier gegenläufig, aber der Einkommenseffekt überwiegt, so dass es zu dem seltsamen Ergebnis kommt.