Definition
Ein Credit Default Swap (kurz: CDS) ist ein Kreditderivat und dient als eine Art Kreditausfallversicherung.
Dabei steht Credit für Kredit im weiteren Sinne (das können z. B. auch Anleihen sein), Default für (Kredit-)Ausfall und Swap für Tausch.
Das eigentlich zum Kredit gehörende Ausfallrisiko wird gegen eine Prämienzahlung auf andere übertragen und das ist der Tausch (Swap): "Du bekommst von mir eine Prämie und ich bekomme von Dir Sicherheit."; das wirkt wie eine Versicherung, wird aber nicht (nur) mit Versicherungen abgeschlossen, sondern auch mit vielen anderen Marktteilnehmern wie Banken, Investmentfonds oder Hedgefonds.
Alternative Begriffe: Credit Swap.
Beispiel
Beispiel: CDS
Eine GmbH hält als Anlage Unternehmensanleihen der A-AG im Wert von 10 Mio. €, die mit 5 % p.a. verzinst werden und eine Laufzeit von 5 Jahren haben. Das maximale Ausfallrisiko für die GmbH beträgt 10 Mio. €, nämlich dann, wenn die A-AG in Insolvenz geht und die Anleihe nicht (vollständig) zurückzahlen kann.
Um sich gegen dieses Ausfallrisiko abzusichern, erwirbt die GmbH einen passenden Credit Default Swap von der C-Bank und zahlt dieser dafür z. B. eine jährliche Prämie (Spread) von 1 % bzw. 100 Basispunkten (100.000 €). Tritt das sog. Kreditereignis (Credit Event) ein und die A-AG geht in die Insolvenz, muss die C-Bank diesen Ausfall ausgleichen: sie zahlt an die GmbH 10 Mio. € (und erhält im Gegenzug die Unternehmensanleihen, sog. Physical Settlement; die C-Bank erhält dann später i. d. R. einen Teil des Nominalbetrags der Anleihe in Höhe der Insolvenzquote) oder den Differenzbetrag zwischen dem Nominalwert von 10 Mio. € und dem gesunkenen Marktwert der Anleihe (sog. Cash Settlement).
Die Höhe der CDS-Prämie hängt von der Ausfallwahrscheinlichkeit der A-AG ab. Die GmbH minimiert durch den CDS ihr Kreditrisiko (es verbleibt allerdings das Risiko, dass der Verkäufer des CDS, die C-Bank, ebenfalls ausfällt).
Credit Default Swaps werden zwischen den Vertragsparteien individuell vereinbart und können außerbörslich gehandelt werden. Das Kreditereignis muss definiert werden, z. B. können neben dem Zahlungsausfall und der Insolvenz auch der Zahlungsverzug oder ein Insolvenzantrag als Kreditereignis definiert werden.
Fazit
Ein Credit Default Swap (CDS) überträgt das Kreditausfallrisiko einer Anleihe oder eines Kredits gegen eine laufende Prämie auf einen Dritten. Tritt das vereinbarte Kreditereignis ein, gleicht der CDS-Verkäufer den Ausfall aus — entweder durch Übernahme der Anleihen (Physical Settlement) oder durch Zahlung der Wertdifferenz (Cash Settlement). Trotz der Absicherung verbleibt beim Käufer das Gegenparteirisiko, dass der CDS-Verkäufer selbst ausfällt.
Selbsttest: Credit Default Swap
Aufgabe: CDS-Zahlung und Nettovorteil berechnen
Verwenden Sie das Zahlenbeispiel aus dem Artikel: Die GmbH hält Anleihen der A-AG im Wert von 10 Mio. € und zahlt der C-Bank eine jährliche CDS-Prämie von 1 % (100.000 €). Angenommen, die A-AG geht nach 3 Jahren in Insolvenz; der Marktwert der Anleihen ist zu diesem Zeitpunkt auf 3 Mio. € gefallen.
- Wie hoch ist die gesamte Prämienzahlung der GmbH bis zum Kreditereignis?
- Wie hoch ist die Cash-Settlement-Zahlung der C-Bank?
- Wie hoch ist der Nettovorteil der GmbH aus dem CDS (Cash Settlement abzüglich gezahlter Prämien)?
Lösung
1. Gesamte Prämienzahlung (3 Jahre):
3 × 100.000 € = 300.000 €
2. Cash-Settlement-Zahlung der C-Bank:
Nominalwert − gesunkener Marktwert = 10.000.000 € − 3.000.000 € = 7.000.000 €
3. Nettovorteil der GmbH:
7.000.000 € − 300.000 € = 6.700.000 €
Ohne CDS hätte die GmbH bei der Insolvenz der A-AG (Marktwert nur noch 3 Mio. €) einen Verlust von 7 Mio. € erlitten.