Dual Sourcing

Dual Sourcing Definition

Dual Sourcing als Beschaffungsstrategie bedeutet, dass ein Unternehmen für ein zu beschaffendes Rohmaterial, Bauteil und so weiter zwei Lieferanten hat.

Beispiel

Ein Autohersteller bezieht jährlich 1,2 Mio. Reifen beim Reifenhersteller A und 0,8 Mio. Reifen beim Reifenhersteller B.

Das ist eine bewusste Entscheidung, um das Beschaffungsrisiko für bestimmte Zulieferteile zu reduzieren.

Alternative Begriffe: Double Sourcing, Dual-Sourcing-Strategie.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Geringere Abhängigkeit, geringeres Risiko (gibt es nur einen Lieferanten, wäre dessen Totalausfall oder zumindest verminderte Leistungsfähigkeit kritisch; das Unternehmen im Beispiel oben braucht 2 Mio. Reifen, sonst kann es nicht alle Autos fertigstellen);
  • Lieferanten können sich nicht zurücklehnen, sondern wissen, dass sie im direkten Wettbewerb mit dem zweiten Lieferanten stehen, und versuchen, ihren Anteil an der Liefermenge zu halten oder auszubauen.

Nachteile

  • Bei jedem der beiden Lieferanten ist die abgenommene Menge nur eine Teilmenge und damit kleiner, dadurch sind die Einkaufspreise tendenziell höher;
  • Es muss sichergestellt sein, dass die Qualität (oder auch weitere Eigenschaften wie Farbton oder Materialbelastbarkeit) bei beiden Lieferanten identisch ist;
  • Mehr Verwaltungsaufwand (Lieferantenmanagement, Wareneingangsprüfung, Rechnungseingang und so weiter).

Fazit

Die Beschaffungsstrategie Dual Sourcing liegt zwischen Single Sourcing (ein Lieferant) und Multiple Sourcing (mehrere Lieferanten).

Dual Sourcing wird von Unternehmen in der Regel nur auf bestimmte Warengruppen, die strategisch wichtig sind bzw. deren Ausfall kritisch wäre, angewendet (nicht auf Kopierpapier, das jederzeit und ohne viel Vorlaufzeit bei vielen Lieferanten beschaffbar wäre).

Man tauscht hier etwas höheren Aufwand und höhere Kosten gegen ein geringeres Risiko für die Produktion des Unternehmens.