Käufermarkt vs. Verkäufermarkt
Die Unterscheidung von Märkten in Käufermärkte und Verkäufermärkte erfolgt danach, wer von beiden – Käufer (Nachfrager, Konsumenten) oder Verkäufer (Anbieter, Hersteller, Dienstleistungsunternehmen) – sich in einer besseren Position befindet.
Eine alternative Fragestellung wäre: Besteht ein Nachfrageüberhang (übersteigt die Nachfrage das Angebot)? — in dem Fall liegt ein Verkäufermarkt vor und das ist heutzutage die Ausnahme.
Bei einem Angebotsüberhang liegt entsprechend ein Käufermarkt vor — das ist heute der Normalfall.
Beispiele
Verkäufermarkt Beispiele
In vielen deutschen Großstädten ist der Mietwohnungsmarkt ein Verkäufermarkt: das Wohnungsangebot ist knapp, es herrscht ein Nachfrageüberhang, die Vermieter können hohe (Miet-)Preise verlangen und sich die Mieter letztlich aussuchen.
Weiteres Beispiel: Bei vielen Erstliga-Fußballvereinen kommt man schlecht an Karten – ein klassischer Verkäufermarkt.
In den meisten Fällen liegen aber Käufermärkte vor.
Käufermarkt Beispiel
Bei den meisten Produkten wie beispielsweise Milch, Autos und Fernsehgeräten gibt es eine ausgiebige Zahl an Anbietern und Produkten.
Der Käufer kann sich zwischen vielen Marken und Produkten entscheiden, es herrscht ein Angebotsüberhang, die Unternehmen müssen um die Kunden werben, deren Kundenwünsche erfüllen sowie attraktive Preise anbieten.
Aber auch auf diesen Märkten gelingt es einzelnen Unternehmen mitunter, Verkäufermärkte zu schaffen, zum Beispiel exklusive Sportwagen- und Luxusautohersteller, bei denen die Kunden aufgrund der relativ hohen Nachfrage bei kleinen Stückzahlen lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen.
Fazit
- Ein Käufermarkt liegt vor, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt (Angebotsüberhang) – heute der Normalfall.
- Im Verkäufermarkt übersteigt die Nachfrage das Angebot; Verkäufer sind in der stärkeren Marktposition.
- Die Unterscheidung hängt davon ab, wer – Käufer oder Verkäufer – sich in der besseren Position befindet.
- Der Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt gilt als Ausgangspunkt für die Notwendigkeit von Marketing.