Definition
Die Kapitalbilanz ist ein Teil der Zahlungsbilanz; wie diese auch, misst sie Transaktionen bzw. Veränderungen in einem Zeitraum (1 Jahr) und keine Bestände.
Hat z.B. Deutschland in einem Jahr eine positive Kapitalbilanz, bedeutet dies: es wurde mehr ausländisches Kapital nach Deutschland transferiert als deutsches Kapital ins Ausland.
Beispiel
Beispiel: Kapitalbilanz mit 2 Transaktionen
Investiert ein in Tokyo ansässiger Japaner 1 Mio. € in eine deutsche Immobilie und beteiligt sich ein Münchner mit 700.000 € an einem kanadischen Unternehmen (und passiert sonst nichts), ist Deutschland's Kapitalbilanz mit 300.000 € in dem Jahr positiv.
Fazit
- Die Kapitalbilanz erfasst grenzüberschreitende Kapitalströme; positiver Saldo = mehr ausländisches Kapital strömt ein als inländisches abfließt.
- Sie ist Teil der Zahlungsbilanz und misst wie diese Stromgrößen (Veränderungen in einer Periode), keine Bestände zu einem Stichtag.
- Zu den Kapitalzuflüssen zählen u. a. ausländische Direktinvestitionen und Wertpapierkäufe durch Ausländer; zu den Abflüssen entsprechende Aktivitäten von Inländern im Ausland.
Selbsttest: Kapitalbilanz
Aufgabe: Kapitalbilanzsaldo berechnen
Im laufenden Jahr finden folgende grenzüberschreitende Kapitaltransaktionen statt (alle Angaben in Mio. €):
- Französisches Unternehmen kauft deutsche Staatsanleihen: 200
- Deutsches Unternehmen errichtet Werk in Polen: 150
- US-amerikanischer Fonds kauft deutsche Aktien: 80
- Deutsche Bank vergibt Kredit an brasilianisches Unternehmen: 50
Berechnen Sie den Saldo der deutschen Kapitalbilanz und beurteilen Sie das Ergebnis.
Kapitalzuflüsse (Ausland investiert in Deutschland): 200 + 80 = 280 Mio. €
Kapitalabflüsse (Deutschland investiert im Ausland): 150 + 50 = 200 Mio. €
Kapitalbilanzsaldo = 280 − 200 = +80 Mio. €
Beurteilung: Die Kapitalbilanz ist positiv — mehr ausländisches Kapital ist nach Deutschland geflossen als deutsches Kapital abgeflossen ist.