Definition
Wechselkurse bilden das Tauschverhältnis von 2 Währungen ab und können in 2 Formen angegeben werden:
In der üblichen sog. Mengennotierung gibt der Wechselkurs an, wie viele ausländische Währungseinheiten einer inländischen Währungseinheit (Euro) entsprechen, z.B. 1 Euro = 1,25 US-Dollar, d.h. man gibt oder erhält 1,25 US-Dollar je Euro.
In der sog. Preisnotierung hingegen gibt der Wechselkurs an, wieviel eine ausländische Währungseinheit in € wert ist (z.B. 1 US-Dollar = 0,80 Euro bzw. 0,80 Euro/US-Dollar).
Die Preisnotierung ist also der Kehrwert der Mengennotierung: 1/1,25 = 0,80 (und umgekehrt).
Unabhängig von der Angabeform ist das der nominale Wechselkurs, der Geldeinheiten gegeneinander rechnet. Der sog. reale Wechselkurs hingegen gibt an, wieviele Güter man sich jeweils für eine Währungseinheit leisten könnte.
Beispiel
Erhält man für 1 Euro in Deutschland eine Tafel Schokolade und in den USA für 1,50 US-Dollar eine identische Tafel und ist der nominale Wechselkurs 1,25 US-Dollar/Euro, dann ist der Preis der US-Tafel in Euro: 1,50 US-Dollar/1,25 US-Dollar/Euro = 1,20 Euro.
Der reale Wechselkurs wäre dann: (1,25 US-Dollar/Euro × 1,00 Euro) / 1,50 US-Dollar = 1,25 US-Dollar / 1,50 US-Dollar = 0,83, d.h., für eine Deutschland-Schokoladentafel erhält man nur 0,83 US-Tafeln.
Man rechnet allerdings nicht mit Schokoladen, sondern mit Preisniveaus, die anhand eines Preisindex für einen ganzen Warenkorb gemessen werden.
Für die Wettbewerbsfähigkeit und die Leistungsbilanz einer Volkswirtschaft ist der reale Wechselkurs entscheidend.
Verliert die heimische Währung gegenüber anderen Währungen an Wert (Abwertung), werden Importe teurer (damit sind die heimischen Anbieter im Vorteil) und Exporte für die anderen Käuferländer günstiger. Die Auslandsnachfrage steigt, die Exportwirtschaft profitiert. Für Länder, die viel importieren (müssen), weil sie z.B. Rohstoffe wie Öl nicht selbst haben oder die Produkte gar nicht mehr selbst herstellen (z.B. Autos), steigen die Kosten stark.
Sofern ein System freier Wechselkurse vorliegt, bildet sich der Kurs wie Preise auf anderen Märkten auch durch Angebot und Nachfrage.
Alternative Begriffe: Devisenkurse.
Fazit
- Der nominale Wechselkurs gibt das Tauschverhältnis zweier Währungen an — entweder als Mengennotierung (z. B. 1 € = 1,25 USD) oder als Preisnotierung (z. B. 1 USD = 0,80 €), die jeweils Kehrwerte voneinander sind.
- Der reale Wechselkurs berücksichtigt die Preisniveaus beider Länder und zeigt die tatsächliche Kaufkraft im Vergleich — er ist der entscheidende Maßstab für Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsbilanz.
- Wertet die Heimatwährung ab, werden Exporte für Ausländer günstiger und Importe teurer — das stärkt die Exportwirtschaft, verteuert aber rohstoffabhängige Importe erheblich.
Selbsttest: Wechselkurse
Richtig
Falsch
Richtig
Falsch
Aufgabe: Mengen- und Preisnotierung berechnen
Der nominale Wechselkurs in Mengennotierung beträgt: 1 € = 1,30 CHF.
a) Wie lautet die Preisnotierung (1 CHF = ? €)?
b) Ein Schweizer Exporteur verkauft ein Produkt für 390 CHF. Wie viel kostet es in Euro?
c) Ein deutsches Produkt kostet 200 €. Wie viel kostet es in CHF?
a) Preisnotierung = 1 ÷ 1,30 CHF/€ = 0,769 €/CHF (gerundet: 1 CHF ≈ 0,77 €)
b) 390 CHF × 0,769 €/CHF = 300 € (exakt: 390 ÷ 1,30 = 300 €)
c) 200 € × 1,30 CHF/€ = 260 CHF