Definition
Die Verteilungsrechnung ermittelt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf Basis des Volkseinkommens; es fängt also nicht mit der Produktion oder dem Verbrauch von Gütern und Leistungen an wie die Entstehungsrechnung bzw. die Verwendungsrechnung.
Das Volkseinkommen verteilt sich auf 1) das, was die Arbeitnehmer „vom gesamten Kuchen“ erhalten und 2) das was die Unternehmen und Anleger erhalten.
Vom Volkseinkommen kann dann aufs BIP übergeleitet werden.
Berechnung
Die Überleitung von der Vergütung von Arbeit und Kapital zum BIP sieht so aus:
Einkommen aus unselbständiger Arbeit (Löhne, Gehälter)
+ Einkommen aus Unternehmen und Vermögen (Gewinne der Selbständigen und Freiberufler, Dividenden der Aktionäre, Zinsen der Anleger)
+ Produktions- und Importabgaben an den Staat
- Subventionen vom Staat
+ Abschreibungen
- Saldo der Primäreinkommen mit der restlichen Welt
Alternative Berechnungen
Daneben kann das BIP auch nach der Entstehungsrechnung und der Verwendungsrechnung ermittelt werden, das Ergebnis ist gleich.
Fazit
- Die Verteilungsrechnung startet beim Volkseinkommen = Arbeitnehmerentgelte + Unternehmens- und Vermögenseinkommen und leitet daraus das BIP ab.
- Überleitung: + Produktions-/Importabgaben − Subventionen = NNE; + Abschreibungen = BNE; − Saldo Primäreinkommen mit dem Ausland = BIP.
- Alle drei VGR-Rechnungen (Entstehungs-, Verwendungs-, Verteilungsrechnung) liefern dasselbe BIP.
Selbsttest: Verteilungsrechnung
Aufgabe: BIP nach der Verteilungsrechnung
Für eine Volkswirtschaft liegen folgende Daten (in Mrd. €) vor: Arbeitnehmerentgelte = 45; Unternehmens- und Vermögenseinkommen = 25; Produktions- und Importabgaben = 12; Subventionen = 3; Abschreibungen = 8; Saldo der Primäreinkommen mit dem Ausland = +2 (Deutschland erhält netto 2 Mrd. € mehr aus dem Ausland als es zahlt). Berechnen Sie das BIP nach der Verteilungsrechnung.
Volkseinkommen: 45 + 25 = 70 Mrd. €
Nettonationaleinkommen (NNE): 70 + 12 − 3 = 79 Mrd. €
Bruttonationaleinkommen (BNE): 79 + 8 = 87 Mrd. €
BIP: 87 − 2 = 85 Mrd. €
Das BIP ist kleiner als das BNE, weil Deutschland per Saldo mehr Primäreinkommen aus dem Ausland bezieht als ins Ausland abführt — das inländisch erzeugte Produkt (BIP) fällt damit geringer aus als das von Inländern erzielte Einkommen (BNE).